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Brandschutzschalter: Schlimmeres verhindern

Zahllose Brände ereignen sich jedes Jahr in Europa und auch Deutschland. Brände, die Verletzte und auch Tote zur Folge haben, die aber hätten vermieden werden können und die zukünftig vermieden werden: durch Brandschutzschalter. Denn viele solcher Brände haben Fehler in der Elektroinstallation als Ursache und zumindest hier kann ein Brandschutzschalter wirksamen Schutz bieten. Brandgefahren, wie vor allem durch Fehlerlichtbögen, werden von der Stromquelle bis zum Endgerät deutlich gemindert. Unser 11880.com-Elektriker-Ratgeber erklärt, wie der Brandschutzschalter Sachwerte und auch Menschenleben vor Bränden schützen kann.

Was ist ein Brandschutzschalter?

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Der Brandschutzschalter wird auch als Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung bezeichnet. Er ist eine aktive Schutzeinrichtung für Niederspannungsstromkreise, die die Elektroinstallation zum Schutz vor Bränden abschalten kann. Entsprechende Umstände sind häufig Störlichtbögen, die wiederum zu thermischen Folgen führen, also zum Beispiel durch große Hitze verursachte Kabelbrände. Aufgrund dieser Hauptfunktion, dem Schutz vor Bränden durch Ausschalten der Elektroinstallation, wird die Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung auch schlicht Brandschutzschalter genannt.

Temperaturen von mehreren Tausend Grad

Jedem Elektriker kommt dieses Bild fast jeden Tag unter: Verschmorte Kabel und Kontakte, Steckdosen und Leitungen. Schnell kann der Profi dann daraus schließen, dass hier nicht selten Temperaturen von mehreren Tausend Grad am Werke waren – nicht umsonst ist Elektroinstallation eine der häufigsten Brandursachen (ca. ein Drittel) in unseren Häusern und Wohnungen. Dafür gibt es mehrere Ursachen, aber auch ein ganz besonders effektives elektrotechnisches Gegenmittel.

Wie können Fehlerlichtbögen entstehen?

Der unheilvolle erste Schritt zu einem Brand in der Elektrotechnik ist manchmal nur eine beschädigte Kabelisolierung. Es kann auch ein fehlerhaft angeschlossenes Endgerät, ein abgeknickter Stecker, falsche Verkabelung oder eine lose Kontaktstelle sein, die letztlich für einen Fehlerlichtboden sorgt. Der wiederum sorgt dann für eine enorme Hitzeentwicklung von bis zu 6.000 °C, wobei auch schnell ein Brand entstehen kann.

Der Brandschutzschalter

Und genau vor diesem Ereignis setzt die Funktion des Brandschutzschalters ein. Neben anderen Schutzschaltgeräten setzt dieser speziell an einphasigen Endstromkreisen an. Er wird im Verteiler eingebaut und bietet Schutz vor Kurzschluss, Überlastung und eben Lichtbögen sowie deren Folgen.

Wie funktioniert der Brandschutzschalter?

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Moderne Brandschutzschalter analysieren das Hochfrequenzrauschen des Stroms permanent auf seine Höhe, Dauer und Stabilität sowie auch auf die Zwischenunterbrechungen hin. Diese Messsignale werden vom Brandschutzschalter und der passenden Software ausgewertet Bei den unerwünschten Fehlerlichtbögen – also etwa nicht bei solchen, wie sie von bestimmten elektronischen Geräten erzeugt werden – wird sofort abgeschaltet. Der Brandschutzschalter unterscheidet also auch zwischen verschiedenen Arten von Lichtbögen und überprüft dabei stets auch sich selbst auf ordentlichen Betrieb. In der Konsequenz gewährleistet das Gerät somit den permanent sicheren Betrieb und die Sicherung von Sachwerten, Gebäuden und Personen.

VDE Norm für Brandschutzschalter

Daher sind Brandschutzschalter in Deutschland Pflicht für verschiedene Bereiche. Seit Februar 2016 fordert die Norm DIN VDE 0100-420:2016-02 den Einsatz der Brandschutzschalter für einphasige Stromkreise mit bis zu 16 A, vor allem dort, wo sich besonders viel brennbares Material befindet, also etwa in Kartonagefabriken, Holz verarbeitenden Betrieben, Druckereien oder Textilbetrieben. Zudem ist ein Brandschutzschalter Pflicht in öffentlichen Gebäuden, um unersetzbare Güter (Beispiel: Museum) und hohe Personenzahlen zu schützen (Beispiel: Flughafen oder Bahnhof). Auch in Seniorenheimen, Kindergärten und Kindertagesstätten sind Brandschutzschalter Pflicht.

Brandschutzschalter bei Neubauten

Es gibt also ein mittlerweile recht großes Spektrum an Gebäuden, für die Brandschutzschalter Pflicht sind. Hinzu kommen generell Neubauten sowie auch Gebäude, bei denen grundlegende Veränderungen an der Elektroinstallation vorgenommen werden müssen. Nicht vorgeschrieben ist der Brandschutzschalter momentan und bis auf Weiteres bei Gebäuden, in denen IT-Systeme im medizinischen Bereich genutzt werden, die nicht sofort abgeschaltet werden dürfen.

Brandschutzschalter vom Elektriker

Der Brandschutzschalter kann sowohl in einer neuen Elektroinstallation eingebaut, als auch einfach nachgerüstet werden. Letzteres ist vor allem deswegen gut, weil bei älteren Elektroinstallationen auch ein höheres Brandrisiko bestehen kann. Der Einbau des Brandschutzschalters ist zwingend von einem qualifizierten Elektriker durchzuführen, da es sich hier um einen Bestandteil der Schaltergerätekombination und auch um eine sehr wichtige Sicherheitskomponente handelt.


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