Wo sind Rauchmelder Pflicht?

Rauchmelder
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Seit Jahren schon sind in Deutschland Rauchmelder Pflicht. Das ist auch gut so, denn Rauchmelder können effektiv Leben retten, indem sie bei Bränden vor dem Rauch warnen. Der ist nämlich das eigentlich Gefährliche an einem Wohnungsbrand. Wie funktionieren Rauchmelder, wo muss man sie anbringen und wie ist die Lage rund um die Rauchmelder-Pflicht in Deutschland? Unser 11880.com-Elektriker-Ratgeber gibt die Antworten auf diese zentralen Fragen.

Seit den ersten gesetzlichen Initiativen Mitte der 2000er Jahre hat sich die Pflicht zum Rauchmelder in Deutschland nahezu vollständig verbreitet. Eigentlich ist der Rauchmelder Pflicht in ganz Deutschland, nur wenige Bundesländer sind noch dabei, die Pflicht auf den Weg zu bringen, bzw. haben noch bestehende Fristen für die Rauchmelder-Pflicht bei bestehenden Gebäuden. Für Neubauten besteht allerdings in ganz Deutschland Pflicht für Rauchmelder.

In welchen Bundesländern sind Rauchmelder Pflicht?

In den Fristen für die jeweilige Einführung der Rauchmelderpflicht und den Zuständigkeiten bestehen regionale Unterschiede. Unsere Tabelle listet die Situation auf:

Bundesland Rauchmelder Pflicht für Neubauten seit

Rauchmelder Pflicht für Bestandsbauten ab

Für die Montage zuständig

Für die Wartung zuständig

Baden-Württemberg 2010 01.01.2015 Eigentümer
(Vermieter)
Besitzer (Mieter)*
Bayern 2007 01.01.2018 Eigentümer (Vermieter) Besitzer (Mieter)*
Berlin 2017 31.12.2020
Brandenburg 2016 31.12.2020 Eigentümer (Vermieter) Eigentümer (Vermieter)
Bremen 2009 01.01.2016 Eigentümer (Vermieter) Besitzer (Mieter)*
Hamburg 2005 01.01.2011 Eigentümer (Vermieter) Eigentümer (Vermieter)**
Hessen 2005 01.01.2015 Eigentümer (Vermieter) Besitzer (Mieter) *
Mecklenburg-Vorpommern 2006 01.01.2010 Besitzer (Mieter) Eigentümer (Vermieter)**
Niedersachsen 2012 01.01.2010 Eigentümer (Vermieter) Besitzer (Mieter) *
Nordrhein-Westfalen 2013 01.01.2017 Eigentümer (Vermieter) Besitzer (Mieter) *
Rheinland-Pfalz 2007 12.07.2012 Eigentümer (Vermieter) Eigentümer (Vermieter)**
Saarland 2004 Keine Regelung Eigentümer (Vermieter) Eigentümer (Vermieter)**
Sachsen 2016 Keine Regelung Eigentümer (Vermieter) Eigentümer (Vermieter)**
Sachsen-Anhalt 2009 01.01.2016 Eigentümer (Vermieter) Eigentümer (Vermieter)**
Schleswig-Holstein 2004 01.01.2011 Eigentümer (Vermieter) Besitzer (Mieter)
Thüringen 2008 01.01.2019 Eigentümer (Vermieter) Eigentümer (Vermieter)**

*falls der Eigentümer, bzw. Vermieter der Pflicht nicht nachkommt
**da nicht explizit in der Bauordnung anders geregelt

Für welche Gebäude sind Rauchmelder Pflicht?

Die Bauordnung (DIN 14676) bezieht sich bei der Rauchmelderpflicht insbesondere auf Wohngebäude. Damit sind sowohl Wohnungen, als auch Einfamilienhäuser gemeint. Insgesamt meint DIN 14676 sämtliche Räume, die wohnungsähnlich genutzt werden:

  • Einfamilienhäuser
  • Wohnungen
  • Container-Wohnräume
  • Gartenlauben und -Hütten
  • betriebliche Beherbergung mit bis zu 11 Betten
  • Ferienwohnungen
  • Freizeitunterkünfte

Wo müssen Rauchmelder angebracht werden?

Intern besagt die Rauchmelder-Verordnung, dass Brandmelder in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren angebracht sein müssen. Die Flure sind vor allem dann mit einem Rauchmelder auszustatten, wenn sie Teil des Fluchtweges sind. In Berlin, Brandenburg, Baden-Württemberg und Sachsen gilt die Rauchmelderpflicht für jeden Raum.

Rauchmelder anbringen – was beachten?

Rauchmelder anbringen
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Anzubringen ist ein Rauchmelder in der Regel – außer in Mecklenburg-Vorpommern – durch den Besitzer/Vermieter, und zwar mindestens mit einem halben Meter Abstand zur Wand. An Schrägen montieren Sie den Rauchmelder einen halben Meter unterhalb des höchsten Punktes. Achten Sie auch darauf, dass die Funktion des Rauchmelders nicht durch zu viel Zugluft (etwa durch Klimaanlagen oder Luftschächte) beeinträchtigt wird.

Technische Anforderungen für Rauchmelder

Doch es gibt natürlich nicht nur gesetzliche Vorgaben darüber, wo die Rauchmelder Pflicht sind, sondern auch über die technischen Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Diese sind nach DIN EN 14604 Folgende:

  • Alarmlautstärke von mindestens 85 dB
  • Rauch muss allseitig eindringen können
  • Einlassöffnungen max. 1,3 mm, um Eindringen von Insekten und Staub vorzubeugen
  • Überprüfung der Funktion muss jederzeit durch Tastendruck möglich sein
  • Warnsignal bei Batterieschwäche, mindestens 30 Tage vor einem nötigen Wechsel

Woran erkenne ich die Qualität eines Rauchmelders?

Dass Rauchmelder diese wichtigen – und im Ernstfall auch lebensrettenden – Kriterien erfüllen, kann durch die Kennzeichnung DIN EN 14604 oder auch das VdS-Prüfzeichen erkenntlich gemacht werden. Der VdS, der Verband der Sachversicherer prüft – wie übrigens auch der TÜV – unter anderem Rauchmelder und vergibt entsprechende Siegel vor allem an Geräte, die die Normen mehr als erfüllen, also noch übertreffen. Gerade beim Rauchmelder sollten Sie also nicht an der falschen Stelle sparen, sondern auf Qualität und Prüfsiegel achten.

Warum sind Rauchmelder Pflicht?

Denn Rauchmelder retten Leben: Sie stoßen Geräusche von wenigstens 85 dB aus, meist sind dies hochfrequente Piepsgeräusche. Diese dienen dazu, Sie auch aus dem Tiefschlaf zu reißen, wenn Gefahr durch einen Brand besteht, und das muss auch so sein. Statistiken besagen, dass jährlich in Deutschland Hunderte Menschen bei Wohnungsbränden sterben. Hierbei ist aber weniger das Feuer, sondern vielmehr der giftige Rauch die Todesursache. Schon wenige Atemzüge genügen, um eine Ohnmacht hervorzurufen. Im Schlaf fällt Ihnen als Bewohner jedoch weder das Feuer noch der Rauch auf, sodass gerade nachts ein erhöhtes Risiko besteht. Hier haben Sie mit dem Rauchmelder einen zuverlässigen Wecker, der Leben retten kann. Darum ist der Rauchmelder Pflicht.


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