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vde normen
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Wozu dienen VDE Normen?

VDE Normen gelten als allgemein anerkannte Regeln der Technik und haben einen quasi rechtsverbindlichen Status. Sie werden von von der Deutschen Elektrotechnischen Kommission (DKE), deren Träger der Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE) ist, im Deutschen Institut für Normung e. V. (DIN) definiert. Entsprechend spricht man von DIN-VDE-Normen. 

DIN VDE Normen gibt es in sehr vielen verschiedenen Bereichen. Sie sind unerlässlich, damit nicht nur elektronische Geräte, sondern alle möglichen Dinge des Alltags ideal funktionieren, einem gewissen Qualitäts- und Sicherheitsstandard entsprechen und – falls nötig – auch aufeinander abgestimmt sind. Sie sollen Firmen und Elektrikern aber auch Rechtssicherheit geben.

Doppelte Normierung?

Dazu gibt es mehrere Normen und Bestimmungen, je nach Anwendungsgebiet, wie am Beispiel der strukturierten Verkabelung im Wohnungsbau. Die DIN 18015 stellt hier die Mindestanforderung elektrischer Anlagen für Wohngebäude fest:

  • Mindestanzahl der Stromkreise (in Abhängigkeit zur Wohnfläche)
  • Anzahl der zu installierenden Steckdosen und Anschlüsse (inkl. Beleuchtung)
  • Anzahl der Verbraucher mit eigenem Stromkreis
  • Ausstattung jedes Stromkreises mit einer eigenen Überstromschutzeinrichtung

Die DIN VDE 0100-410 schreibt hingegen vor, welche Bereiche mit Fehlerstromschutzeinrichtungen ausgestattet werden müssen:

  • jegliche Steckdosenstromkreise im Laienbereich
  • alle Endstromkreise im Außenbereich (bis 32 A)
  • Nassräume mit Badewanne und Dusche
  • Schwimmbecken und andere Becken
  • feuchte und nasse Bereiche
  • Räume und Anlagen im Freien

Im oben genannten Anwendungsgebiet gelten auch weitere Normen, wie die DIN EN 50173-4:2011, strukturierte Verkabelung im Wohnungsbau, sowie weitere, die jedoch nicht Gegenstand dieses Beitrags sind. In Bezug auf VDE Bestimmungen ist wichtig zu wissen, dass diese jeden Bereich von Elektroinstallationen abdecken, von der Planung über die Errichtung und Prüfung elektrischer Anlagen in gewerblichen, öffentlichen und Wohngebäuden.

VDE Normen als Hindernisse?

Wie eingangs erwähnt, gelten VDE Bestimmungen als allgemein anerkannte Regeln der Technik. Ihr quasi rechtsverbindlicher Status schützt Fachverantwortliche bei korrekter Anwendung der Bestimmungen vor strafrechtlicher Verfolgung – ein fahrlässiges oder schuldhaftes Handeln müsste der Elektrofachkraft nachgewiesen werden. Gleichwohl kann die Fachkraft sich dazu entscheiden, von den VDE Bestimmungen abzuweichen. Sollte es in diesem Fall jedoch zu einem Schaden kommen, müsste die Elektrofachkraft nachweisen, dass die Sicherheit dennoch gewährleistet war und kein schuldhaftes Handeln vorliegt, der Fehler also nicht durch ihr Handeln ausgelöst wurde.

VDE Normen sollten entsprechend nicht als übervorsichtige Beschränkungen der Arbeit mit elektrischen Betriebsmitteln angesehen werden, sondern viel mehr als Leitlinie für die Sicherheit – sowohl während der Arbeit an schweren Maschinen als auch für Endverbraucher im täglichen Umgang (beispielsweise mit Büromitteln). 

VDE Normen immer ein Prozess

Die VDE Normen sind dabei das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrungen, weitergegeben und gebündelt in immer wieder neuen Regelwerken, die unter dem Begriff VDE Normen lediglich zusammengefasst werden. Denn es gibt eine ganze Reihe verschiedener Teilbereiche von VDE Normen:

• DIN-VDE 00xx und 01xx – Allgemeine Grundsätze / Energieanlagen – Meta-Normen, Starkstromtechnik (zum Beispiel auch VDE 0105)
• DIN-VDE 02xx – Energieleiter – Kabel und elektrische Leitungen
• DIN-VDE 03xx – Isolierstoffe – Elektrostatik, Isolatoren, Supraleiter
• DIN-VDE 04xx – Messen, Steuern & Regeln – Überwachungstechnik (Brandmelder, Strahlenschutz u. Ä.)
• DIN-VDE 05xx – Maschinen, Umformer – Batterien und Akkumulatoren, elektrische Maschinen
• DIN-VDE 06xx – Installationsmaterial, Schaltgeräte – Elektroinstallation
• DIN-VDE 07xx – Gebrauchsgeräte, Arbeitsgeräte – Sicherheit von Haushaltsgeräten, Leuchten und Lampen, Medizintechnik
• Ab DIN-VDE 0800 – Informationstechnik – Nachrichtentechnik

Wo gelten DIN VDE Normen?

Wie Sie in dieser detaillierten Auflistung der VDE Normen sehen, deckt das offizielle Regelwerk alle Bereiche von Elektroinstallation ab, von Installation bis Steuerung und sowohl in öffentlichen Gebäuden wie auch in gewerblichen, industriellen oder privaten Gebäuden. Dabei gehen die DIN VDE Normen zur Sicherheit bis ins tiefste Detail, etwa bis in die Verkabelung von Lampen und Leuchten oder die Isolation von elektrischen Betriebsmitteln, berücksichtigen aber auch ganz allgemeine Themenfelder wie die Sicherheit im medizinischen Bereich oder Energieanlagen.

Turnus für Prüfungen

Ebenfalls eine wichtige Grundlage der DIN VDE Normen sind regelmäßige Prüfungen. Diese können durch bloßes Besichtigen, Erproben oder auch Messungen erfolgen und unterliegen je nach Betriebsmittel und VDE Norm bestimmten zeitlichen Regelmäßigkeiten. Die DIN-Normen legen die zeitlichen Rahmenbedingungen für die Prüfungen fest. In der Regel liegen diese zwischen einem halben Jahr und vier Jahren. Bei einer solchen Prüfung muss immer ein qualifizierter Elektriker zugegen sein und die Prüfung entweder durchführen oder zumindest beaufsichtigen. Vor allem Industrie und Gewerbe unterliegen hier strengen Vorschriften, während diese für Vermieter etwas lockerer sind. Getestete Maschinen und Geräte erhalten bei bestandener Prüfung ein Prüfsiegel, das die Firmenkennung des Prüfers und das Prüfungsdatum enthält. Sollten schwere Mängel vorliegen und das Gerät bzw. die Maschine die Prüfung nicht bestehen, muss eine Warnplakette angebracht werden. Zudem muss die Sicherheitskraft im Unternehmen oder der Anlagenbetreiber darüber in Kenntnis gesetzt werden. Detaillierte Informationen zu den DIN VDE Normen, die Sie betreffen, erhalten Sie von einem qualifizierten Elektriker in Ihrer Nähe.


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