Wie den Stromverbrauch senken?

Jeder will es, nicht jeder, weiß, wie man es am besten angehen kann: Stromverbrauch senken. Dies ist ein frommer Wunsch, da ein geringerer Stromverbrauch relativ direkt auch gut für die Umwelt ist, gleichzeitig ist ein gesenkter Stromverbrauch auch direkt besser für das Konto. Das ist immer ein Thema, da die die Stromkosten allgemein kontinuierlich steigen. Unser 11880.com-Elektriker-Ratgeber sagt Ihnen, wie Sie effektiv Ihren Stromverbrauch senken können.

strom senken
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Nun können Sie einerseits Strom sparen, indem Sie den Stromanbieter wechseln. Hier sind mitunter Ersparnisse pro Monat im deutlichen zweistelligen Eurobereich möglich. Oder aber sie legen jetzt sofort zu Hause los und beginnen, indem Sie direkt an Ihren Geräten und auch in Ihrem Verhalten effektiv den Stromverbrauch senken.

Stromverbrauch senken durch eigenes Verhalten

Denn wie es so oft im Leben ist: Veränderungen bewirken Sie selbst am besten. So ist es auch beim Stromsparen. Denken Sie daran, überall das Licht auszumachen, wenn Sie einen Raum verlassen, schalten Sie bei Wasch- oder Spülmaschinen nicht immer auf die höchste Temperatur, schalten Sie alle Geräte vollkommen aus, also nicht nur in den Stand-by-Modus. So können Sie schon mehr den Stromverbrauch senken als Sie denken!

Stromverbrauch senken – Tipps vom Energieberater

Jedes Gebäude ist anders. Das bedeutet, dass Ihr Haus individuell unter die Lupe genommen werden sollte, um Energieverschwendung aufzudecken und Möglichkeiten zu finden den Stromverbrauch zu senken. Ein unabhängiger Energieberater zeigt Ihnen die Schwachstellen in Ihrem Haus auf und stellt Ihnen Alternativen vor mit den Sie den Stromverbrauch senken können und langfristig Geld sparen können. Bei alten Häusern ist eine Energieberatung immer ratsam. Jede Bauepoche hat ihre energetischen Schwachstellen. Ein Energieberater kann Ihnen diese zeigen und Maßnahmen dagegen vorschlagen. Überlegen Sie eine Immobilie zu kaufen, sollten Sie ebenfalls den Rat eines Energieberaters hinzuziehen. Dieser kann abschätzen, wie viel Energie das Gebäude verbraucht und ob der Kaufpreis wirklich angemessen ist.

Doch nicht nur die Beratung, wie sich der Stromverbrauch senken lässt, fällt in das Aufgabengebiet des Energieberaters. Die Baubegleitung nach energiespezifischen Vorgaben bei Neubauten oder Renovierungen gehört ebenfalls zu den Aufgaben. Bei einer ausführlichen Energieberatung kommen Kosten zwischen 600 und 1.000 Euro auf Sie zu. Es kommt aber bei den Energieberater Kosten zu regionalen Unterschieden. Deshalb sollten Sie zuvor einen Preisvergleich durchführen, um nicht zu viel für Ihre persönliche Energieberatung zu bezahlen.

Stromverbrauch senken durch neue Geräte

Alternativ – oder besser gesagt zusätzlich – sollten Sie auch etwas Geld in die Hand nehmen und investieren, um Ihren Stromverbrauch senken zu können. Und schon mit ein paar Euro kann es losgehen: Schaffen Sie sich Schaltersteckdosen an, um die daran angeschlossenen Geräte vollkommen auszuschalten. Stand-by kommt somit in Ihrem Haushalt nicht mehr vor. Prüfen Sie auch das Alter von Kühlgeräten – gerade veraltete Kühl- und Tiefkühlgeräte sind wahre „Stromfresser“! Investieren Sie in ein Energieeffizienzklasse-Gerät und die Anschaffungskosten werden sich über die Monate amortisieren. Der Trend bei neuen Geräten geht hin zu immer geringerem Stromverbrauch, vor allem bei der Unterhaltungselektronik, während bei Waschmaschinen wohl so langsam die Talsohle erreicht ist.

Was verbraucht Strom?

Strom sparen
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Dazu beantworten wir zunächst eine ganz einfache, grundlegende Frage: Wer, bzw. was verbraucht überhaupt den Strom, der letztlich die Haushaltsbilanz belastet? Ganz vorne mit dabei sind bei einem normalen Haushalt die elektrischen Haushaltsgeräte, allen voran solche wie Durchlauferhitzer, Tiefkühltruhe, Kühlschrank, Mikrowelle, Wasserkocher, aber auch Teile der Unterhaltungselektronik, wie Fernseher, Receiver, PCs und Spielkonsolen. Speziell bei letzteren müssen Sie immer auch an den viel zitierten Stand-by-Modus denken, in dem die Geräte zwar ausgeschaltet sind, aber trotzdem immer noch Strom verbrauchen können.

Was kostet Strom?

Und dieser Stromverbrauch kostet. Aber was kostet Strom eigentlich? In Deutschland gibt es keinen einheitlichen Strompreis, aber im Jahr 2016 betrugen die durchschnittlichen Strompreise bundesweit 28,7 Cent. Dieser Grundpreis – der je nach Anbieter und Gemeinde schwanken kann – wird allgemein pro Kilowattstunde berechnet, das heißt, wenn Sie eine Stunde lang 1000 Watt verbraucht haben, hat Sie das 28,7 Cent im Schnitt gekostet. Wie viel Strom in Ihrer Gemeinde, bzw. bei Ihrem Anbieter pro Kilowattstunde kostet, können Sie direkt beim Versorger oder in Ihrem Stromtarifvertrag erfahren.

Wie setzen sich die Stromkosten zusammen?

Die durchschnittlichen 28,7 Cent pro kWh sind aber nicht reine Stromkosten, denn die bestehen noch aus einer ganzen Reihe weiterer Kostenstellen:

Zusammensetzung der Stromkosten:

  • Stromerzeugung, Transport, Vertrieb 13,9 Cent
  • EEG – Umlage 6,2 Cent
  • MwSt. 4,6 Cent
  • Stromsteuer 2,1 Cent
  • KAV 1,8 Cent
  • KWK – Umlage 0,3 Cent
  • §19 – Umlage 0,2 Cent
  • §18 AbLaV 0,01 Cent
  • Offshore – Umlage -0,1 Cent

Die eigentlichen Stromkosten betragen also aktuell nur knapp die Hälfte dessen, was Sie an Stromkosten Ihren Versorger entrichten. Dabei gilt ein in den letzten 15 Jahren stetig steigender Preis um mittlerweile fast 80%. Und die Stromkosten werden immer höher. Eine Familie mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden zahlt 2017 ca. 11 Euro mehr als noch vor einem Jahr. 

Warmwasseranschluss für die Waschmaschine

Ein guter Tipp betrifft auch die Waschmaschine. Die hat so gut wieder jeder Haushalt, aber nicht so gut wie jeder Haushalt tut hier alles, um den Stromverbrauch zu senken. Denn Achtung: Hier zählt nicht nur der Strombedarf der Waschmaschine selbst, sondern auch das warme Wasser, dass sie zum Säubern Ihrer Wäsche benötigt. Mit einem Warmwasseranschluss für die Waschmaschine lässt sich der Stromverbrauch senken. Günstig ist dies allerdings nur, wenn das Wasser von einer günstigen Wärmequelle erhitzt wird, etwa von einer solarthermischen Anlage und wenn die Leitungen kurz sind, da sonst das erwärmte Wasser im Rohr stecken bleibt.

Großer Stromkonsument: Durchlauferhitzer

Apropos warmes Wasser: Wie wäre es mal ab und an mit einer kalten Dusche? Die mag eigentlich keiner so recht, aber sie ist nachweislich gut für den Kreislauf, sorgt für einen fitten, erfrischten Start in den Tag und ist nach zwei bis drei Sekunden der Eingewöhnung auch gar nicht mehr so unerträglich. Und: Überzeugte Stromsparer schwöre auf kalte Duschen, denn der Durchlauferhitzer braucht mit Abstand am meisten Strom in einem normalen Haushalt - zwischen 10.000 und mehr als 30.000 W sind hier je nach Modell möglich. Bei einer vierköpfigen Familie können hier schnell mehrere tausend kWh pro Jahr anfallen.

Rechenbeispiel Durchlauferhitzer:

Duscht in einem 4 Personen-Haushalt jedes Familienmitglied 15 Minuten und verbraucht Ihr Durchlauferhitzer 20.000 Watt, entspricht dies bei unserem Durchschnittstrompreis von 28,7 Cent pro kWh einem Duschpreis von 57,6 Cent pro Tag. Das wiederum entspricht jährlichen Kosten von mehr als 210 €!

Rechenbeispiel Glühbirne

Lampe sparen
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Sie werden schon seit der Leuchtmittelverordnung 2006 aus dem Verkehr gezogen, und wenn man sich die Energieeffizienz ansieht, weiß man auch warum: Lassen Sie eine Glühbirne mit 100 Watt eine Stunde lang brennen, kostet Sie das 2,88 Cent. Dabei erzeugt die Glühbirne aber nur ca. 5 % der zugewendeten Energie tatsächlich in Licht, während der Rest in nicht brauchbarer Wärmeerzeugung verloren geht. Moderne LEDs sind da viel effizienter und wandeln knapp 100 % der zugeführten Energie in Licht um. Zudem brauchen sie auch viel weniger davon und halten viele Jahre länger als Glühbirnen.

Wo können Sie Stromverbrauch senken?

Das sind nur zwei Beispiele dafür, wie und wo Sie im Haushalt Ihren Stromverbrauch senken können. Hier sind noch mehr Beispiele:

  • Computer – Ruhezustand
  • Beleuchtung – LEDs einsetzen
  • Wäschetrockner – auslassen, Wäsche an der Luft trocknen
  • Spülmaschine – voll beladen & auf Öko-Modus laufen lassen
  • Kochen – Induktionskochplatten & Topfgröße = Plattengröße
  • Teewasser besser mit dem Wasserkocher
  • Backofen nicht andauernd zum Nachsehen öffnen
  • Kühlschrank geschlossen halten & zu große Kühlschränke vermeiden

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