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Bei der Elektroinstallation geht nicht alles überall

Die Großteil aller Installationszonen liegt im Verborgenen, also in der Wand, dem Boden oder der Decke. Hier gilt aber ganz klar nicht: aus den Augen aus dem Sinn, denn es gibt Installationszonen, auf die bei der Elektroinstallation sehr zu achten ist. Vor allem in Feuchträumen gibt es eine Menge zu beachten. Laien und Hobbyhandwerker sollten hier gut überlegen, ob sie alle Installationszonen und deren Regeln kennen. Unser 11880.com-Elektriker-Ratgeber sagt Ihnen, welche Installationszonen es gibt, welche Bedeutung sie für die Elektroinstallation haben und wie die optimale Leitungsführung aussieht. 

Was sind Installationszonen?

installationszonen
© ViktorCap - istockphotos.com

Bei der Elektroinstallation führt kein Weg am Verlegen von Leitungen vorbei. Damit Strom von der Quelle zu den Verbrauchern fließen kann, sind diese Leitungen notwendig. Die Bereiche, in denen diese elektrischen Leitungen verlegt werden, nennt man Installationszonen, bzw. auch Verlegezonen. Diese Zonen sind in jedem Bauplan eingezeichnet, besonders beim Bohren sollte man hier einmal einen Blick auf die Leitungsführung werfen. Für alle Installationszonen gelten eigene Vorschriften.

Regeln für Installationszonen

So liegen Installationszonen grundsätzlich innerhalb von Decken, Wänden oder Fußböden und unterliegen dabei den Vorschriften der Deutschen Industrienorm 18015 – DIN 18015. Das bedeutet, innerhalb der Installationszonen dürfen elektrische Leitungen nur senkrecht oder waagerecht verlegt werden, also zum Beispiel nicht diagonal. Waagerechte elektrische Leitungen dürfen sich zudem 15 oder 30 cm oberhalb des Bodens, bzw. 30 cm unterhalb der Decke befinden. Senkrechte elektrische Leitungen sollen nach DIN 18015 15 cm von den Kanten und/oder Ecken des Rohbaus entfernt verlegt werden. Senkrechte elektrische Leitungen die parallel von Fenstern und Türen verlaufen sollten ebenfalls 15 cm Abstand haben. Für elektrische Leitungen in Decken und Böden gibt es keine solche Vorschriften.

Lichtschalter sollten immer dort installiert werden wo sie auch erwartet werden. Wenn Sie in den Raum kommen, erwarten Sie den Lichtschalter links neben der Tür. Setzen Sie den Lichtschalter über die Steckdose. So hängt kein Kabel über den Lichtschalter, wenn die Steckdose genutzt wird.

Waagerechte Installationszone 

Elektro Installationszone

Senkrechte Installationszone

Elektro Installationszone

Installationszonen von Steckdosen oder Schaltern

Soweit zu den Installationszonen für verlegte Kabel. Aber wohin mit Steckdosen, Schaltern oder Abzweigdosen? Auch die unterliegen keinen solch strengen Regeln, wie die Leitungen in den Wänden. Ihr Anschluss aber muss durch eine senkrechte so genannte Stichleitung erfolgen, die von der am nächsten gelegenen, horizontal verlaufenden Versorgungsleitung abgeht.

Die mittlere Installationszone

Neben den Installationszonen, die dicht an Boden oder Decke verlaufen, gibt es in manchen Räumen eine weitere Installationszone. Sie verläuft sozusagen in der Mitte der beiden anderen Zonen und heißt deswegen auch mittlere Installationszone. In manchen Räumen verlaufen die Installationszonen daher auch ca. 100 - 130 cm über dem Boden. Diese Installationszonen gibt es vermehrt in Küchen, Büros oder Hobbyräumen. Diese Leitungsführung hat den Vorteil, dass Steckdosen und Lichtschalter so leichter, direkt oberhalb der Arbeitsplatte installiert werden können.  

Mittleren Installationszone 

Elektro Installationszone Küche

Wissen, wo Platz zum Bohren ist

Für Ihre Elektroinstallation haben die Installationszonen einen ganz entscheidenden Vorteil: Sie müssen sich keine Sorgen mehr darüber machen, ein Kabel anzubohren, denn wenn Sie die Installationszonen und deren Verlegeregeln kennen, wissen Sie künftig auch, wo die Freiflächen zwischen den Installationszonen liegen. Als Faustformel: Orientieren Sie sich an den Ecken und Kanten des Rohbaus, denken Sie an die Abstände der Installationszonen zu den Decken und Wänden und meiden Sie die Bereiche, die im Lot zu Steckdosen oder Schaltern stehen.

Besondere Installationszonen im Bad

Elektro Installationszone Bad

Eigentlich ganz einfach, wenn man's weiß. Wesentlich schwieriger und komplexer wird es da schon bei Elektroinstallationen in Feuchträumen. Auch hier gibt es Installationszonen, aber es herrschen besondere Bedingungen und damit besondere Regeln. Der Grund: Hier herrscht hohe Luftfeuchtigkeit und elektrischer Strom in Verbindung mit Feuchtigkeit ist sehr gefährlich. Elektroinstallationen müssen gar nicht direkt mit einem Wasserstrahl in Berührung kommen, damit Gefahr herrscht. Der Wasserdampf, der bei einer heißen Dusche entsteht, kann schon ausreichen.

Daher wird das Bad als Feuchtraum für Elektroinstallationen in besondere Installationszonen unterteilt, die Schutzbereiche:

  • Schutzbereich 0: Im Innenbereich von Nasszellen oder der Wanne sind Steckdosen oder Abzweigoden verboten. In diesem Bereich dürfen nur elektrische Geräte betrieben werden die einen Schutzgrad von mindestens IPX7 haben.
  • Schutzbereich 1: Über Wanne oder Dusche wenigstens 2,25 m über dem Boden. Gleichwohl sind hier nur Anschlüsse für die Sanitärtechnik erlaubt.
  • Schutzbereich 2: Umkreis von 60 cm um Dusche oder Wanne: Gleiche Anforderungen wie im Schutzbereich 1, allerdings sind hier auch Anschlüsse für Badlampen oder Waschmaschinen erlaubt, Schalter oder Steckdosen jedoch nicht.
  • Bereich 3: Installationszonen

Allgemein gilt für Feuchträume eine Pflicht, die Stromkreise mit einem Schutzleiter sowie einem Fehlstromschutzschalter auszustatten, um vor den Gefahren des Körperstroms zu schützen.

Zusätzlich müssen Lichtstecker oder Steckdosen im Außenbereich oder in einer Umgebung mit möglicher Nässeeinwirkung eine IP klassifizierte Schutzart erfüllen. Mehr Informationen zu diesem Thema erhalten Sie in unserem Beitrag IP Schutzklassen. Schutzarten sind IP 00 bis IP 69. Der Tabelle können Sie entnehmen, für was die Kennziffern des IP-Codes stehen:

Kennziffern des IP-Codes

  1. Kennziffer 2. Kennziffer
Kennziffer Schutz gegen feste Fremdkörper Schutz gegen Wasser
0 kein Schutz kein Schutz
1 Schutz gegen großflächige Berührungen Schutz gegen Tropfwasser (senkrecht fallend) 
2 Schutz gegen Berührungen mit Fingern Schutz gegen Tropfwasser (schräg fallend) 
3 Schutz gegen den Zugang mit einem Werkzeug Schutz gegen Tropfwasser (60° aus allen Richtungen)
4 Geschützt gegen den Zugang mit einem Draht Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen 
5 Schutz vor Berührungen, Schutz gegen Staubablagerungen im Inneren Schutz gegen Wasserstrahl 
6 Vollständiger Schutz gegen Berührungen Schutz gegen Eindringen von Staub Schutz gegen starken Wasserstrahl
7   Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen 
8   Schutz gegen dauerndes Untertauchen
9   Schutz gegen Hochdruck und Dampfstrahlen  

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