Elektroinstallation: Worauf es in verschiedenen Räumen ankommt

Die Elektroinstallation nimmt man im Alltag eigentlich nicht wahr, außer sie fällt schadensbedingt aus, dann nämlich fallen auch alle elektronischen Geräte aus. Bei der Elektroinstallation ist es also wie bei so vielen Dingen: Wie wichtig sie ist, merkt man erst, wenn man sie nicht mehr hat. Um eine möglichst fehlerfreie und zuverlässige Elektroinstallation durchzuführen, geht der Elektriker streng systematisch, nach strikten Regeln und auch Raum für Raum vor. Unser Ratgeber erklärt anhand von Beispielen im Privathaushalt, welche Elektroinstallationen benötigt werden und worauf Sie achten sollten.

Elektroinstallation

Inhaltsverzeichnis

Was versteht man unter Elektroinstallation?

Elektroinstallation bezieht sich auf den Prozess der Verlegung und Installation elektrischer Leitungen, Schalter, Steckdosen, Beleuchtungssysteme und anderer elektrischer Komponenten in einem Gebäude. Es umfasst auch den Anschluss von elektrischen Geräten und die Integration von Sicherheitsvorrichtungen wie Sicherungen und Fehlerstromschutzschaltern. Die Elektroinstallation muss dabei gemäß den Sicherheitsstandards, die in den VDE Normen festgelegt sind, durchgeführt werden.

Ein Installationsplan ist hierbei ein wichtiger Bestandteil der Elektroinstallation. Er ist eine detaillierte Zeichnung oder Darstellung, die den genauen Standort und die Verbindung der elektrischen Komponenten im Gebäude zeigt. Der Installationsplan dient Elektrikern als Leitfaden, um sicherzustellen, dass die elektrische Verkabelung korrekt verlegt wird. Der Plan hilft darüber hinaus auch bei der Fehlersuche und Wartung des elektrischen Systems. Auch Elektriker, die noch nie zuvor Kontakt mit der vorliegenden Elektroinstallation hatten, können sich an dem Installationsplan orientieren.

Insgesamt stellt die Elektroinstallation sicher, dass das elektrische System eines Gebäudes ordnungsgemäß funktioniert, den Strombedarf der Bewohner oder Nutzer deckt und den geltenden Sicherheitsvorschriften entspricht. Sie ermöglicht die sichere Nutzung elektrischer Energie für Beleuchtung, Stromversorgung von Geräten und allen anderen elektrischen Anforderungen im Gebäude. Im Folgenden werden wir näher auf die einzelnen Wohnbereiche eingehen, da sich die Elektroinstallation von Raum zu Raum unterscheidet.

Elektroinstallation in der Küche

Die Küche ist ein Raum mit einem sehr hohen Bedarf an Elektroinstallation, denn hier stehen ja später auch sehr viele elektrische Endgeräte. Sie brauchen hier z. B. Starkstrom für den Ofen und am besten ist ein Stellplan der Küchengeräte, damit die Elektroinstallation entsprechend ausgerichtet wird und alle Steckdosen und Schalter an der richtigen Stelle angebracht werden können. Wichtig ist, dass bestimmte Geräte wie Mikrowelle oder Elektroherd individuelle Anschlüsse bekommen, da diese Großgeräte eigene Stromkreise benötigen. Doch nicht nur die Großverbraucher mit ihren eigenen Stromkreisen müssen bei der Planung der Elektroinstallation berücksichtigt werden.

Hinzu kommen auch noch permanent angeschlossene Kleingeräte wie Kaffeemaschinen, Toaster oder Wasserkocher und diverse andere Geräte, die vorübergehend ebenfalls eine Steckdose brauchen, wie zum Beispiel Mixer, Eierkocher oder auch der Staubsauger. Letzterer erhält idealerweise eine eigene Steckdose beim Türrahmen in Bodennähe. Wenn Sie ein neues Haus planen, sollten Sie daher besonderes darauf achten, dass Ihre Küche über ausreichend Steckdosen verfügt. So mancher Hausbauer bereut im Nachhinein, nicht mehr eingeplant zu haben und muss sich mit Steckdosenleisten behelfen, die nicht nur Platz wegnehmen, sondern auch ein gewisses Sicherheitsrisiko darstellen.

Welche Elektroarbeiten darf man selbst machen?

Leider ist die Planung auch so ziemlich der einzige Schritt, der von Nicht-Elektrikern beeinflusst werden kann. Die Elektroinstallation selbst ist dem qualifizierten Fachmann zu überlassen, welcher sich dabei dringend an Normen zu halten hat, wie etwa die DIN VDE 0100, welche jeder Elektriker kennen muss. Eine korrekt durchgeführte Elektroinstallation wird auch immer entsprechend dokumentiert.  Allgemein geht es bei der Elektroinstallation um Installationszonen, Schaltungen und auch Brandschutz (siehe auch: Brandschutzschalter) und damit letztlich versicherungstechnische Aspekte: Wenn etwas passiert und Sie als Unqualifizierter für Schäden verantwortlich sind, wird Ihnen Ihre Hausratversicherung wohl kaum zur Seite stehen. Da die meisten Arbeiten nämlich für Unqualifizierte ohnehin nicht gestattet sind, empfiehlt sich der Kontakt zu einem Elektriker umso mehr.

Wohnzimmer ausbauen: Elektroinstallation im Wohnzimmer

Insbesondere die Beleuchtung muss stets in die Elektroinstallation eingeplant werden. Während dieses Thema in der Küche mit einer hellen Deckenleuchte und vielleicht ein paar Unterschrankleuchten abgehakt ist, sollte es im Wohnzimmer eine ausgefeilte Lichtstimmung geben. Hier sollten verschiedene Leuchten-Gruppen berücksichtigt werden, um verschiedene Lichtsituationen schaffen zu können und auch Wechselschalter können nicht schaden, um die Lampen auch von verschiedenen Bereichen des Raums an- und ausschalten zu können. In diesem Zusammenhang sei auch das Nachrüsten eines Smart Homes erwähnt. Es ist einfacher, wenn Sie das Smart Home von Anfang an einplanen, als es erst im Nachhinein einbauen zu lassen.

Wichtig: TV-Anschluss

Doch auch hier im Wohnzimmer geht es natürlich darum, an die elektronischen Geräte zu denken, die hier in Zukunft Strom brauchen werden. Speziell der Fernseher braucht natürlich über den Strom hinaus auch einen SAT-Anlagen– oder Kabelanschluss, der ebenfalls in der Elektroinstallation berücksichtigt werden will.

Hier sollte die Elektroinstallation stets ausreichend Steckdosen vorsehen, damit für alle Geräte genügend Anschlüsse vorhanden sind. Schließlich stehen in der „Multimedia-Station“ nicht nur TV-Geräte, sondern auch Receiver, DVD- oder Blu-ray-Player, Spielkonsolen, Schnurlos-Kopfhörer, Lautsprecheranlage usw. Hier kommen Sie schnell mal auf ein Dutzend Stecker, die alle an den Strom angeschlossen werden wollen. Achtung: Es ist nicht ratsam, mehrere Mehrfachsteckdosen hintereinander zu schalten, da das schnell zu Schwelbrand führen kann!

Kabelanschluss
Mit einem Kabel- und Breitbandanschluss ist man bestens mit Fernsehen und Internet versorgt.

Elektroinstallation im Schlafzimmer

Im Schlafzimmer geht es vornehmlich um den Komfort, der durch die Elektroinstallation erreicht werden soll. So benötigen die Bereiche rund um das Bett zusätzliche Lichtschalter. Durch diese Wechselschaltung wird das Schalten des Lichts vom Bett aus ermöglicht. Zudem denkt der Elektriker auch an zusätzliche Anschlüsse für Leselampen und Steckdosen direkt am Bett für Wecker oder zum Aufladen des Smartphones. Apropos: Auch Telefonleitungen können hier auf Wunsch verlegt werden.

Elektroinstallation im Bad

Während Küche und Wohnzimmer noch besonders anspruchsvoll in Bezug auf Anzahl und Anordnung von Steckdosen und Schaltern waren, geht es jetzt im Bad technisch richtig anspruchsvoll mit der Elektroinstallation weiter. Denn das Bad ist ein Feuchtraum – und der geht mit Wasser oder zumindest Wasserdämpfen einher. Deshalb wird die Elektroinstallation im Bad in bestimmte Installationszonen aufgeteilt, die genau vorgeben, welche Sicherheitsstandards in den einzelnen Zonen berücksichtigt werden müssen.

Im Großen und Ganzen ist das Bad recht anspruchslos, was Licht, Schalter und Steckdosen angeht. Hier reichen eine Haupt- und eine Spiegelbeleuchtung. Und auch die Anzahl der benötigten Steckdosen (für Föhn, Rasierer oder elektrische Zahnbürsten) hält sich in Grenzen. Allerdings ist für Bad und/oder Wanne eine Leitung zur Erdung einzuplanen und bei einem Whirlpool sind weitere Anschlüsse in die Elektroinstallation zu berücksichtigen.

Elektroinstallation-Bad
Die Elektroinstallation im Badezimmer bedarf besonderer Sorgfalt.

Elektroinstallation im Kinderzimmer

Für die Elektroinstallation im Kinderzimmer gilt natürlich auch, die Sicherheit der Kleinen im Hinterkopf zu behalten. Vor allem bei Kleinkindern müssen daher alle Steckdosen mit Kindersicherungen ausgestattet sein. Ansonsten braucht man hier einen Lichtschalter an der Eingangstür, vielleicht noch einen zweiten am Bett und Steckdosen für Kinderleuchten oder Kinderradios. Bedenken Sie auch hier, dass Sie eine passende Steckdose für den Staubsauger brauchen. Langfristig geplante Elektroinstallation im Kinderzimmer – das ja irgendwann einmal auch zum Jugendzimmer wird – berücksichtigt aber auch schon den Telefon- und Fernsehanschluss.

Die 3 besten Elektriker in Ihrer Nähe anzeigen

Elektroinstallation im Freien

Sofern Sie einen Garten haben, sollten hier Außensteckdosen eingeplant werden. Diese können direkt an den Hausstrom angeschlossen und in den Garten verlegt werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, entsprechende Exemplare mit Erdspieß an eine am Haus angebrachte Außensteckdose mittels Verlängerungsschnur anzubringen, um so die Stromzufuhr im Freien zu gewährleisten. Wichtig ist bei allen Stromkomponenten im Freien, dass sie mit einer passen IP Schutzklasse ausgestattet sein müssen, um gegen das Eindringen von Wasser und Schmutz gesichert zu sein.

Zusätzlich zu allen elektrischen Belangen rund um den Garten können Sie natürlich bei der Planung der Elektroinstallation auch Sicherheitstechnik mit einbeziehen. Hier können schon am Dachfirst angebrachte Außenleuchten mit starken Leuchtmitteln und Bewegungsmeldern ein guter Schritt in Richtung Heimsicherheit sein. Wollen Sie Alarmanlagen, private Videoüberwachung oder eine Zutrittskontrolle an Ihrem Haus anbringen lassen, sollten diese natürlich auch entsprechend in die Planung der Elektroinstallation mit einfließen, da hier der Anspruch an die Elektroinstallation noch einmal deutlich ansteigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Installationsplan-Aufmacher

Was ist ein Installationsplan?

Ein Installationsplan ist auf den ersten Blick für Laien sehr verwirrend. Wir erklären, was die Symbole bedeuten und wie die Anfertigung funktioniert.